Sogar von einem LKW mit Abrollkipper überholt worden

 

Neulich als ich mit meinem Onkel im Auto mitfuhr, fiel mir erst auf, wie sehr sich sein Fahrstil verändert hat. Als junges Mädchen hatte ich immer großen Spaß, denn ich fühlte mich wie in einem dieser Autofilme, in denen die Darsteller immer wilde Verfolgungsjagden veranstalteten. Wenn ich meiner Mutter von den turbulenten Autofahrten mit meinem Onkel erzählte, hat sie nur immer das Gesicht verzogen und ihn beim nächsten Treffen ermahnt, nicht so schnell zu fahren, wenn seine kleine Nichte bei ihm war. Ich muss dazu sagen, dass ich nie Angst hatte, auch wenn er einmal fester ins Gaspedal trat. Doch nun stellte ich eine 180 Grad Veränderung fest. Mein Onkel fuhr so langsam, dass wir sogar von LKWs mit Ladung und Abrollkipper überholt wurden. Das hätte er früher nie zugelassen.

 

Auf der Straße sind so viele Abrollkipper

Mein Onkel war ja auch nicht mehr der Jüngste und hatte keinen Grund, wie ein Wahnsinniger Gas zu geben. Die Straßen waren zwar leer, aber an diesem Nachmittag waren überraschend viele LKWs unterwegs. Wir wollten meine Tante im Seniorenheim besuchen, die gerade eine schwere Grippe überstanden hat. Ich freute mich schon wahnsinnig auf den Besuch, denn ich hatte immer ein überaus gutes Verhältnis zu meinen Tanten und Onkeln. Der Grund, warum mein Onkel und nicht ich am Steuer saß, war schlicht und weg seine Sturheit. Er liebt es, Autozufahren und möchte so lange es ihm noch möglich ist selber fahren. Das verstehe ich sogar irgendwo, außerdem sind wir mit seinem neuen Auto unterwegs, welches er sich vor ein paar Monaten gekauft hat.

 

Hauptsache gesund!

Ich habe mir heute auch extra Zeit genommen, um meiner Tante einen ausgiebigen Besuch abzustatten. Deswegen machte es mir nichts aus, dass mein Onkel einfach sein Tempo fuhr, obwohl uns die überholenden Fahrzeuge teilweise schon blöde Blicke zuwarfen. Aber das ist nicht so wichtig, was andere denken, das Wichtigste ist doch, dass wir beide heil und sicher, gesund und munter ans Ziel kommen. Nach der entspannten Autofahrt erreichten wir schließlich das Seniorenheim meiner Tante, die auch schon in der Eingangstür auf uns wartete. Nach einer kurzen aber herzlichen Umarmung hakte sie sich bei mir ein und wir marschierten langsam los. Das Seniorenwohnhaus ist umgeben von einer großen Grünanlage mit Teich. Meine Tante war noch etwas geschwächt von ihrer Erkrankung, deswegen marschierten wir nur eine kleine Runde und gönnten uns dann eine Erfrischung. Der Nachmittag verging viel zu schnell und so mussten wir uns auch schon bald wieder auf den Heimweg machen.

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